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Standardlösung oder Eigenentwicklung?

Artikel · 16. September 2026

Die richtige Antwort hängt davon ab, wie eigen Ihre Arbeitsweise ist. Was alle gleich machen, ist als Standardlösung günstiger; was Sie auf Ihre Art tun, ist als Eigenentwicklung günstiger.

Diese Frage wird meist vom falschen Ende her gestellt: „Was ist billiger?“ Vergleicht man die Preisschilder, sieht die Standardlösung immer günstiger aus. Die wirklichen Kosten zeigen sich im zweiten Jahr.

Die Trennlinie: Wie eigen ist die Arbeit?

Es gibt einen einfachen Test. Beschreiben Sie die Aufgabe und fragen Sie dann: „Macht das in dieser Branche jeder mehr oder weniger gleich?“

  • Wenn ja — Buchhaltung, E-Mail, Kalender, Website, Terminbuchung — kaufen Sie fertig. Es ergibt keinen Sinn, allein für etwas zu zahlen, das Tausende Firmen bereits finanziert haben.
  • Wenn nein — Ihre eigene Berechnungsweise, Ihr Freigabeweg, Ihr Kundenformat — passt die Standardlösung nicht. Sie passend zu machen kostet meist mehr, als sie entwickeln zu lassen.

Die versteckten Kosten der Standardlösung

Fertige Software gibt eine Arbeitsweise vor. Passt Ihre nicht dazu, geschieht eines von drei Dingen, und alle drei kosten:

  • Sie passen den Prozess der Software an. Manchmal gut — das räumt einen unordentlichen Ablauf auf. Manchmal verlieren Sie dabei genau das, was Sie von Wettbewerbern unterschied.
  • Sie buchen Module hinzu. Jedes Modul kostet monatlich, und für die eine benötigte Funktion kauft man oft ein ganzes Paket.
  • Sie stopfen die Lücke mit Excel. Das ist der häufigste Ausgang: Die Software steht auf der einen Seite, die eigentliche Arbeit bleibt in Tabellen. Zwei Systeme zu pflegen kostet mehr als eines.

Die versteckten Kosten der Eigenentwicklung

Fairerweise: Auch die Eigenentwicklung hat ihren Preis, und Anbieter sprechen selten darüber:

  • Die Wartung liegt bei Ihnen. Vorschriften ändern sich, die Schnittstelle eines genutzten Dienstes ändert sich, der Server wird aktualisiert. Schaut niemand hin, bleibt das Werkzeug eines Tages leise stehen.
  • Abhängigkeit von der Person, die es geschrieben hat. Wenn Sie den Quellcode nicht haben oder ihn niemand sonst lesen kann, hängen Sie an einer Person.
  • Es lässt sich nicht vollständig vorab beschreiben. Die erste Fassung ist meist die Hälfte des Gewünschten; der wirkliche Bedarf klärt sich im Gebrauch.

Für alle drei gibt es Lösungen: Übergabe von Code und Daten an Sie, schriftlich geregelte Wartung und ein Start mit einem kleinen Teilstück. Wird das beim Angebot nicht angesprochen, wird später nicht mehr darüber geredet.

Fragen Sie bei der Entscheidung: Was bleibt mir, wenn ich dieses Werkzeug in zwei Jahren aufgebe? Bei der Standardlösung bleibt meist ein Datenexport. Bei der Eigenentwicklung sollten Code und Daten bleiben — sonst gehört es in den Vertrag.

In der Praxis nutzen die meisten beides

Im echten Leben ist das kein Entweder-oder. Üblich ist: Standardaufgaben mit fertigen Produkten (Website, Termine, E-Mail) und eine schwierige, firmeneigene Aufgabe als Eigenentwicklung.

Drei Fragen für die Entscheidung

  1. Macht das in der Branche jeder gleich? Wenn ja: Standardlösung.
  2. Was verliere ich, wenn ich meinen Prozess an ein fertiges Produkt anpasse? Reicht der Verlust bis zum Kunden: Eigenentwicklung.
  3. Was bleibt mir, wenn ich in zwei Jahren aufhöre? Ist die Antwort unklar, ändern Sie den Vertrag — egal welche Variante.

Gibt es in Ihrem Unternehmen eine Aufgabe, die sich ständig wiederholt? Erzählen Sie uns davon, wir bauen das Werkzeug dafür.

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